Mit rund 1.000 Teilnehmern aus ganz Deutschland und den Niederlanden gehört der Tiger Cup in Visbek zu den größten Judoturnieren Norddeutschlands. Für den SV 1860 Minden gingen am Wochenende sieben Athleten und ein Kämpfer des TV Hille aus der Wettkampfgruppe an den Start – und die zeigten gegen starke Konkurrenz nicht nur gute Ergebnisse, sondern vor allem viele kämpferisch starke Auftritte.
Der Samstag begann mit der U10. In gewichtsnahen Pools im Modus „Jeder gegen Jeden“ kämpfte Raik Sachse vom TV Hille mutig und konzentriert. Gerade bei den jüngsten Judoka geht es oft darum, erste Erfahrungen auf großen Turnieren zu sammeln und sich an die besondere Atmosphäre zu gewöhnen. Raik meisterte diese Aufgabe stark und durfte sich am Ende über die Bronzemedaille freuen.
Danach wurde es in der U13 deutlich anspruchsvoller. Thorik Meyer (-30 kg) und Jonathan Dodt (-33 kg) mussten sich jeweils in starken Gruppen im Doppel-K.o.-System behaupten. Thorik startete erstmals in seiner neuen Gewichtsklasse und merkte schnell, dass dort andere körperliche Voraussetzungen herrschen. Nach zwei Niederlagen war das Turnier für ihn früh beendet – entsprechend unzufrieden verließ er die Matte, auch wenn solche Erfahrungen ein wichtiger Teil der sportlichen Entwicklung sind.
Einen starken Wettkampftag erwischte dagegen Jonathan Dodt. Seinen ersten Kampf gewann er souverän, ehe er in Runde zwei auf einen späteren Bronzemedaillengewinner traf und sich geschlagen geben musste. In der Trostrunde zeigte Jonathan dann eindrucksvoll seine Qualität und vor allem seine mentale Stärke. Mit sehenswertem Judo besiegte er nacheinander einen Niederländer sowie Kaderathleten aus Hamburg und Hannover und kämpfte sich damit bis kurz vor den Bronzekampf zurück. Erst dort wurde er vom späteren zweiten Bronzemedaillengewinner gestoppt. Platz sieben bei einem derart hochklassig besetzten Turnier gegen 29 Gegner war am Ende dennoch ein Ausrufezeichen.
Am späten Nachmittag ging noch Dušan Blagojevic in der U18 bis 81 Kilogramm auf die Matte. Auch wenn er sich trotz guter Ansätze und offensiver Aktionen in beiden Kämpfen nicht durchsetzen konnte, sammelte er wertvolle Erfahrung gegen starke Gegner.
Der zweite Wettkampftag begann mit der U15. Phillip Meister stand dabei zum allerersten Mal überhaupt auf einer Wettkampfmatte. In der Klasse bis 40 Kilogramm musste er zwar zwei Niederlagen hinnehmen, zeigte aber großen Einsatz und konnte wichtige Eindrücke für kommende Turniere mitnehmen.
Am Mittag folgten die Männer und Frauen – und dort konnten die Mindener noch einmal starke Ergebnisse feiern. Matthias Meyer (-100 kg) erreichte nach einem Sieg und zwei Niederlagen den siebten Platz. Besonders stark präsentierte sich Nikita Abermet in der Klasse bis 81 Kilogramm mit 32 Teilnehmern. Mit mehreren überzeugenden Kämpfen marschierte er bis ins Halbfinale, wo er sich nur knapp geschlagen geben musste. Auch der anschließende Kampf um Bronze ging denkbar knapp verloren. Die Enttäuschung über Platz fünf war entsprechend groß, gleichzeitig bestätigte der Auftritt aber seine starke Form auf hohem Niveau.
Für einen versöhnlichen Abschluss sorgten schließlich Martin Dodd und Sami Yusufi mit zwei Bronzemedaillen. Martin Dodd (+100 kg) kämpfte sich nach einer Niederlage in Runde zwei mit großem Willen souverän durch die Trostrunde und belohnte sich verdient mit Platz drei. Sami Yusufi (-60 kg) zeigte ebenfalls einen starken Wettkampf, erreichte das Halbfinale und musste sich dort nur dem späteren Turniersieger geschlagen geben. Im Kampf um Bronze ließ er anschließend nichts mehr anbrennen und sicherte dem SV 1860 Minden die zweite Medaille des Tages.
Herne – Bei den Westdeutschen Einzelmeisterschaften (WDEM) der Männer und Frauen, die am 26. April 2026 in Herne stattfanden, trafen die besten Judoka aus Westfalen und Nordrhein aufeinander. Das hochklassige Teilnehmerfeld wurde durch zusätzlich gesetzte Athletinnen und Athleten der Landestrainer ergänzt. Für den SV 1860 Minden gingen Maria Dodd (bis 78 kg) und Nikita Abermet (bis 90 kg) an den Start.
Maria Dodd hatte in ihrer Auftaktbegegnung ein schweres Los: Sie traf auf eine der gesetzten Kämpferinnen, die sich im weiteren Turnierverlauf den Titel der Westdeutschen Meisterin sichern sollte. Zwar gelang es der Mindenerin zunächst, den ersten Angriff ihrer Gegnerin abzuwehren, doch beim zweiten Ansatz fand diese die entscheidende Lücke und gewann vorzeitig.
In der anschließenden Trostrunde zeigte Dodd jedoch ihre Stärke im Bodenkampf. Gegen die amtierende Westfalenmeisterin konnte sie ihren zweiten Kampf für sich entscheiden und sich somit die Chance auf den Einzug in den Kampf um Bronze erarbeiten. Im entscheidenden Duell traf sie auf eine Kämpferin aus Köln, die mit einem sehr dominanten Kampfstil agierte. Trotz guter Ansätze und Möglichkeiten, den Kampf erneut auf den Boden zu verlagern, gelang es Dodd nicht, ihre Stärken entscheidend einzusetzen. Am Ende musste sie sich geschlagen geben und belegte einen insgesamt unbefriedigenden siebten Platz auf Landesebene.
Auch Nikita Abermet hatte es in der Gewichtsklasse bis 90 kg mit starken Gegnern zu tun. Im ersten Kampf unterlag er einem gesetzten Gegner, der später ebenfalls eine Medaille erringen konnte. Im zweiten Kampf zeigte Abermet jedoch eine starke Leistung und überzeugte mit variantenreichem Judo. Besonders bemerkenswert: Gegen diesen Gegner hatte er bei der WDEM der U21 noch verloren – dieses Mal konnte er den Spieß umdrehen.
Im dritten Kampf ging es für ihn um den weiteren Turnierverlauf. Hier ließ er sich jedoch zu sehr auf den Kampfstil seines Gegners ein, anstatt seine eigene Linie durchzusetzen. Kurz vor Schluss geriet er mit einer Yuko-Wertung in Rückstand und kassierte rund 20 Sekunden vor Kampfende sein drittes Shido, was die Niederlage besiegelte. Da er aufgrund der Kampfauslosung in der Trostrunde weit hinten gestartet war, blieb ihm eine Platzierung leider verwehrt.
Trotz des Ausbleibens von Medaillen konnten beide Athleten wertvolle Erfahrungen auf höchstem Landesniveau sammeln, die für ihre weitere sportliche Entwicklung von großer Bedeutung sein dürften.
Nach der Umstrukturierung des Prüfungswesens im Judo wurde erstmals die Modulprüfung im Bereich Kata durchgeführt. Ausrichter für diesen ersten Schritt zur Meisterprüfung zum 1. Dan war der SV 1860 Minden. Nach einem mehrwöchigen Lehrgang, in dem von Januar bis Ende April speziell das Thema Kata trainiert wurde, stand zum Abschluss die Prüfung auf dem Programm. Die Dozenten für diesen speziellen Lehrgang hatten sich im vergangenen Jahr bei diversen Fortbildungslehrgängen auf Landesebene qualifiziert.
Gleich zehn Anwärter aus dem Bezirk Detmold stellten sich den kritischen Augen der beiden Prüfer. Ziel war der erfolgreiche Abschluss eines von vier erforderlichen Modulen. Nach einem intensiven Training, das körperlich und mental anspruchsvoll war, haben alle Prüfungsteilnehmer die Prüfung bestanden. Parallel dazu waren auch zwei Judokas bei der Prüfung zum ersten Kyu (Brau-Gurt) erfolgreich. Sie absolvieren in reduzierter Form eine ähnliche Schulung wie die Dan-Anwärter.
Bei den Westfalen Open, einem hochkarätig besetzten Judo-Turnier für die Altersklassen U13, U15 und U18 sowie den Landesmeisterschaften zur Qualifikation für die Westdeutschen Meisterschaften der Männer und Frauen, gingen neben insgesamt über 600 Kämpfern auch zahlreiche Athletinnen und Athleten des SV 1860 Minden an den Start. Ausrichter der Veranstaltung war der 1. SC Lippetal.
Samstag: Kämpferische Leistungen und wichtige Qualifikationen
Am Samstagmorgen eröffnete Jannik Heyne in der U15 bis 50 Kilogramm das Turnier aus Mindener Sicht. In seiner neuen Alters- und Gewichtsklasse konnte er sich noch nicht durchsetzen, zeigte jedoch bereits gute Ansätze, die von Trainer Martin Dodd positiv bewertet wurden.
In der U21 bis 90 Kilogramm trat Nikita Abermet in einem Teilnehmerfeld mit 14 Judoka an. Nach einer knappen Auftaktniederlage gegen den späteren Finalisten kämpfte er sich eindrucksvoll durch die Trostrunde. Nach einem Freilos nutzte er einen Fehler seines Gegners im Bodenkampf konsequent aus, bevor er in seinem nächsten Kampf mit einem starken Tomoe-nage (Abtauchtechnik) einen weiteren Sieg einfuhr. Auch einen körperlich überlegenen Gegner bezwang er mit einer Spezialtechnik, einem tiefen Seoi-nage. Im Kampf um Platz drei machten sich jedoch die vorangegangenen Belastungen bemerkbar, sodass er am Ende den fünften Platz belegte. Damit sicherte er sich dennoch die angestrebte Qualifikation für die Westdeutschen Meisterschaften.
In der Männerklasse bis 81 Kilogramm startete Dušan Blagojevic in einem großen Feld mit 21 Teilnehmern. Nach einem überzeugenden ersten Kampf verzichtete er aus Vorsichtsgründen auf weitere Begegnungen, um kein Verletzungsrisiko einzugehen.
Trainer Martin Dodd ging in der Gewichtsklasse über 100 Kilogramm selbst auf die Matte. In einem Teilnehmerfeld von sechs Kämpfern konnte er sich nicht im Medaillenkampf behaupten, erreichte jedoch mit Platz fünf ebenfalls die Qualifikation. Er verzichtete allerdings auf eine Teilnahme bei der Westdeutschen Meisterschaft um seine Athleten als Trainer zu begleiten.
Am späten Nachmittag begannen die Kämpfe der Frauen. Maria Dodd trat in der Gewichtsklasse bis 78 Kilogramm im Modus „Jeder gegen jeden“ mit fünf Teilnehmerinnen an. Mit drei Siegen aus vier Kämpfen zeigte sie eine starke Leistung und hätte damit eigentlich den zweiten Platz sicher gehabt. Da die obersten drei Plätze allerdings alle gegen den vierten und fünften Platz gewonnen hatten und sich gegenseitig im Kreis besiegt haben, wurde dieser Dreifachgleichstand über die Kampfzeit entschieden. Hier fiel die Entscheidung knapp zu ihren Ungunsten aus, da sie für ihre Siege lang und hart erarbeiten musste, sodass sie am Ende den dritten Platz belegte – die Qualifikation für die Westdeutschen Meisterschaften war dennoch erreicht.
Sonntag: Podestplatz für den Nachwuchs
Am Sonntag ging Thorik-Willem Meyer in der U13 bis 28 Kilogramm an den Start. Er gewann seine ersten beiden Kämpfe souverän, darunter ein vorzeitig beendeter Kampf sowie ein hart umkämpfter Sieg über die Zeit. Im Halbfinale musste er sich geschlagen geben, bewies jedoch im anschließenden Kampf um Platz drei erneut seine Stärke: Sein Gegner gab im Bodenkampf auf, sodass Thorik sich den dritten Platz sicherte.
Der SV 1860 Minden blickt auf ein erfolgreiches Turnierwochenende zurück. Mehrere Athletinnen und Athleten konnten sich für die Westdeutschen Meisterschaften qualifizieren, während insbesondere der Nachwuchs wichtige Wettkampferfahrungen sammelte.
Bei der Bezirkseinzelmeisterschaft der Altersklassen U15 und U18 in Herford zeigten die Judoka des SV 1860 Minden erneut starke Leistungen und sicherten sich mehrere Podestplätze sowie wichtige Qualifikationen für die nächsthöhere Ebene.
In der U15 bis 34 Kilogramm dominierte Jonathan Dodt das Teilnehmerfeld eindrucksvoll. Der eigentlich noch der U13 angehörende Kämpfer gewann alle vier Begegnungen und sicherte sich souverän den ersten Platz. Der letzte Jahrgang der U13 hat die Möglichkeit freiwillig in der U15 anzutreten, um sich für Turniere auf höherer Ebene zu qualifizieren. Als jüngster Jahrgang seiner Gewichtsklasse startet Jonathan Dodt nun bei der Westdeutschen Einzelmeisterschaft der U15 am 28. Februar in Dormagen.
Ebenfalls in der U15, in der Klasse bis 50 Kilogramm, trat Jannik Heyne als jüngster regulärer Jahrgang an. Nach einem starken Turnierverlauf musste er sich erst im Halbfinale geschlagen geben. Im anschließenden Kampf um Platz drei bewies er Nervenstärke und sicherte sich verdient die Bronzemedaille.
In der U18 bis 73 Kilogramm kämpfte sich Gustav Ellerkamp bis ins Halbfinale vor. Dort musste er sich verletzungsbedingt geschlagen geben und verzichtete anschließend aus Sicherheitsgründen auf den Kampf um Platz drei. Als jüngster Jahrgang in dieser Altersklasse ließ er dennoch sein großes Potenzial erkennen.
Für ein Ausrufezeichen sorgte Dušan Blagojevic in der U18 bis 81 Kilogramm. Nach einer halbjährigen Verletzungspause zeigte er sich in Bestform und gewann alle vier Kämpfe vorzeitig. In seiner letzten Jugend-Qualifikation sicherte er sich damit souverän den ersten Platz.
Bereits am kommenden Samstag geht es für Dušan bei der Westdeutschen Meisterschaft in Herne weiter. Dort ist das Ziel, an das Ergebnis aus dem Vorjahr anzuknüpfen und sich erneut ein Ticket für die Deutsche Meisterschaft zu sichern.